Mutiger Sprung in die digitale Spielwelt – Lernende und KI im Team
Im Berufsfachschulmodul «Programmiertechniken im Webfrontend einsetzen» programmierten Lernende der SBW Neue Medien unter der Leitung von Johannes Kingma ein interaktives Spiel mit JavaScript, HTML und CSS. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) war ausdrücklich erlaubt – eine spannende Verbindung von Kreativität und Technik. Florin Eggmann (LG24) berichtet: «Am Anfang war die KI nur teilweise hilfreich, weil die Antworten nicht genau zu meiner Idee passten. Beim Versuch, das Projekt weiter zu verbessern, merkte ich, dass mich ChatGPT-5.2 nicht mehr voranbrachte, sondern eher zurückwarf. An diesem Punkt habe ich mich entschieden, den Ansatz zu ändern und das Projekt neu zu starten.»
Vom Experimentieren zum Produzenten – KI als Lern- und Entwicklungswerkzeug
Beim zweiten Versuch kamen zwei ChatGPT-Accounts zum Einsatz – einer für die Formulierung besserer Prompts, der andere für die Ausführung. Das Resultat wurde deutlich besser, blieb aber noch nicht vollständig zufriedenstellend. Inspiration kam dann von anderen Lernenden sowie GitHub Copilot, der direkt im bestehenden Code passende Vorschläge machte. So konnte das Spiel weiterentwickelt und erfolgreich abgeschlossen werden. Die Arbeit mit KI zeigte den Lernenden einen wichtigen Rollenwechsel: Sie wurden nicht nur Konsumenten von Wissen, sondern Produzenten eigener digitaler Inhalte. Sie planten, programmierten, testeten und verbesserten das Spiel selbstständig – unterstützt, aber nicht ersetzt durch KI – und übernahmen Verantwortung für den gesamten Prozess.
Lernen mit KI – Theorie, Praxis und Reflexion
Auch für die Theorieprüfung war KI hilfreich, wenn auch mit Grenzen. Jamie Stauffer (LG24) erklärt: «Die KI hat mir geholfen, meine Lernziele zusammenzufassen und eine Art Vorprüfung zu generieren. So konnte ich gezielt üben. Allerdings wusste die KI nicht genau, was im Input behandelt wurde, weshalb nicht alle prüfungsrelevanten Inhalte abgedeckt waren.» Eine andere Perspektive betont den praktischen Nutzen beim Programmieren: «Sie hat mir die Inhalte Schritt für Schritt erklärt, was besonders beim Coden geholfen hat. Ich würde wieder mit KI arbeiten – mir aber insgesamt mehr Zeit nehmen.»