Wenn KI zur Forschungsfrage wird – Lernende des LG23 forschen an der Zukunft
Künstliche Intelligenz ist längst nicht mehr nur ein technisches Schlagwort, sondern ein Forschungsfeld voller Chancen, Risiken und ethischer Fragen. Genau diesem Spannungsfeld widmen sich derzeit die Mediamatikerinnen und Mediamatiker des LG23 an der SBW Neue Medien im Rahmen ihrer Interdisziplinären Projektarbeit (IDPA). Ob „Fake News durch Video-KI“, „Identitätsklau in der Schauspielerei“ oder die provokante Frage „Gibt es Kunst ohne Künstler?“ – viele der jungen Forscherinnen und Forscher stellen KI ins Zentrum ihrer wissenschaftlichen Arbeit.
KI im Spiegel der Ethik
Das Thema KI fordert die Lernenden heraus, Position zu beziehen: Wie lassen sich Fake News verhindern, wenn Videos täuschend echt gefälscht werden können? Was bleibt von künstlerischer Urheberschaft, wenn Algorithmen Kunst erschaffen? „Wir wollten verstehen, wo die Grenze zwischen Mensch und Maschine verläuft“, erzählen Lukas Duwe und Benaja Etter. Giordan Diener und William Widler ergänzen: „KI ist faszinierend – aber wir müssen lernen, sie verantwortungsvoll zu nutzen.“
In der IDPA befassen sich die Mediamatikerinnen und Mediamatiker nicht nur mit einem sinnvollen Umgang mit KI, sondern auch mit der gesellschaftlichen Verantwortung, die damit einhergeht. Die Projekte zeigen, dass technisches Verständnis und ethische Reflexion zusammengehören. Für die SBW Neue Medien ist klar: Wer die digitale Zukunft gestalten will, braucht mehr als Tools – entscheidend sind Wertebewusstsein, kritisches Denken und die Fähigkeit, Technologie als Teil unserer Kultur zu begreifen.
Wo Wissen entsteht und Haltung wächst
Die IDPA ist Teil des Berufsmaturitätsabschlusses und ein Trainingsfeld für wissenschaftliches Denken. Die Lernenden erarbeiten selbstständig eine 12- bis 15-seitige Forschungsarbeit, begleitet von individuellem Coaching und klaren Bewertungsstrukturen. Im Zusammenspiel von Schule, Lehrbetrieb und Praxis lernen sie, Methoden anzuwenden, Quellen kritisch zu prüfen und Erkenntnisse überzeugend zu präsentieren. Den Abschluss bildet eine 15-minütige Präsentation mit Fachgespräch – gefragt sind Recherchetiefe und Reflexionsfähigkeit, nicht nur technisches Können.
Wissenschaftliches Arbeiten bleibt keine Aufgabe, sondern wird zur Haltung.